Lest keine Bild! Bild muss weg!
Ich war etwas verwundert, als ich heute in Trier das folgende Plakat sah:

Entschuldigen Sie die schlechte Qualität des Fotos, mein Handy bietet nicht mehr, meine Kamera war zuhause.
Zuerst dachte ich, dass es sich um eine Guerilla-Kampagne oder eine studentische nächtliche Aktion handelte, doch der genauere Blick auf das Plakat sollte mich eines besseren belehren: In keiner Ecke ein versteckter Hinweis oder eine Adresse, nichts.
Ein ähnliches Plakat war mir am Tag zuvor schon mit dem Slogan „Bild muss weg“ und der Bildunterschrift „Partei (an dieses Wort erinnere ich mich nicht genau) der korrupten Politiker“ während der Autofahrt aufgefallen. Das Foto werde ich, wenn möglich, nachreichen.
Was BILD mit der Kampagne bezwecken will, ist soweit schon klar: Sie will von dem sinkenden Absatzzahlen und den „Schmierereien“ um die Zeitung ablenken und den Blick für den Leser auf „das wesentliche“ lenken: Sie seien die Zeitung, die Hoyzer und viele Politiker hat auffliegen lassen.
Ob der durchschnittliche Bild-Leser jedoch soviel Grips hat, um hinter den Gedanken der Kampagne zu steigen, wage ich zu bezweifeln; im Gegenteil: Dutzende von Leuten könnten die Anzeigen, wie ich im ersten Moment, für eine Contra-Bild-Aktion halten, zumal die eigentliche Ironie im Motiv nicht direkt im Blickfeld ist. Insofern könnte der Schuss kräftig nach hinten los gehen, was mich aber nicht weiter stören wird …
Nachtrag, 25.11.: Hier nun das zweite Plakat:
Nachtrag, 30.11.: Jetzt ist alles komplett:



































01.12.2005, 14:52 Uhr
Der eigentliche Grund warum alle gegen die Bild sind ist doch nicht dass alles was drinsteht gelogen ist (manches schon, das geb ich zu) sondern eher dass die Bild nicht so wahnsinnig links ist wie die restliche Presse. Und so dumm sind die Millionen von Bildlesern wohl nicht, die allermeisten können schon die Schlagzeilen a la „Nazi Ufos“ und anderen Kram von den durchaus brauchbaren Artikeln unterscheiden…
03.12.2005, 18:46 Uhr
Ich gebe ja zu, dass ich die Bild noch nicht oft gelesen habe, aber ich kann mich wirklich nicht erinnern jemals einen auch nur halbwegs brauchbaren (=informativen) Artikel in dieser „Zeitung“ gesehn zu haben.
Mir ist es zwar bisher nicht aufgefallen, dass die deutsche Presse so links eingestellt ist, aber das ist vielleicht auch Ansichtssache.
Die Qualität einer Zeitung macht meiner Meinung nach aber doch gerade die Wertfreiheit der Artikel aus, nicht ob sie links oder konservativ beeinflusst sind. Eine gute Argumentation, die dem Leser offenlässt sich eine Meinung zu bilden, bringt einem doch mehr, als ihn durch irgendwelche platten Parolen (egal ob links/mitte/rechts) zu manipulieren.
Eine Zeitung, die zu etwa 80% aus Überschriften, Bildern und Schleichwerbung besteht, kann in meinen Augen keine Informationen liefern.
Inzwischen finde ich sogar, dass die Bild noch nichtmal mehr „rein konservativ“ eingestellt ist, sondern eher zu allgemeiner Politikverdrossenheit führt (mit dem Slogan „Steuern runter, Arbeit rauf“ hätte sie das CDU-Wahlprogramm jedenfalls nicht gerade umworben)…
31.12.2005, 14:53 Uhr
@ja genau:
ja genau, es fehlt definitiv ein Gegenpart zum linkspopulistischen Zentralorgan von Gysi. Wenn die FAZ nicht aufpasst, landet sie sicher bald auf der Beobachtungsliste vom Verfassungsschutz. ;)