JFK pervers

Fakt ist, dass viele Computerspiele immer gewalttätiger werden.
Fakt ist auch, dass gegen dererlei Spiele in Deutschland in letzter Zeit öfter und härter durchgegriffen wird, um diese Spiele vor Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zu schützen, auch wenn die Aktionen, mit welchen diese Ziele erreicht werden, oftmals mehr als zwielichtig sind.

Rückblick:
Ein Beispiel aus diesem Jahr ist das im März indizierte und mittlerweile beschlagnahmte Spiel „Manhunt“, welches vor der dieser noch groß von Günther Jauch in Stern TV präsentiert wurde.
Eigentlich sollte durch diese Reportage ein abschreckendes und warnendes Signal gegeben werden, doch alles kam damals anders, wie auch Telepolis damals berichtete:

Stern TV hatte noch am 2.6. 2004 kritisch, aber ausführlich und mit viel Bildmaterial von Hinrichtungen über das damals erst indizierte Spiel berichtet. Frau Elke Monssen-Engberding wurde in der Sendung zum Spiel gefragt, die sich aber weniger als Warnung vor dem Spiel, denn als Werbung für es entpuppte. Die Nachfrage nach dem Spiel war nach der Sendung in die Höhe geschnellt.

Es kam, was kommen musste: Die Umsätze des Spiels schnellten in die Höhe.

Soviel soll zur Vergangenheit und deutscher Umgehensweise reichen.

Grund dieses Postings ist eigentlich ein anderer, denn die gesamte obige Diskussion ist durch das Spiel „JFK Reloaded“, welches in diesen Tagen von einer schottischen Firma fertig gestellt wurde, wieder neu entfacht worden:
Der Spieler schlüpft in die Rolle des Attentäters und Mörders von John F. Kennedy, Lee Harvey Oswald und muss im Spiel selbst die verheerenden Schüsse auf das Auto des Ex-Präsidenten abgeben.
Das perverse daran ist, dass alles auf absolute Realitätsnähe getrimmt ist und sich die Macher auch noch damit brüsten.

Sie nennen es selbst ein „Doku-Spiel“ und wollen beweisen, dass der Mord damals wirklich so statt fand und mögliche Verschwörungstheorien zur Ermordung in den Wind schießen.

Soviel von der Macher-Seite.
Ich jedenfalls sehe hier sehr wohl Parallelen zu „Manhunt“, nicht zuletzt dadurch, dass man jeden abgefeuerten Schuss genau verfolgen und „re-analysieren“ kann, was wohl schon eine Perversion an sich darstellt.

Diese ganze Tatsache ist allerdings nicht genug, weit gefehlt: Die Macher des Spiels, setzen insgesamt 100.000 $ für denjenigen aus, der den Mord am „detailgetreusten“ nachstellt. Konkret heißt das, dass Timing, Position und Wirkung bestmöglich nachzuvollziehen sind.

Welchen Geschichtlichen Hintergrund das hat, weiß wohl keiner so genau.
Oder steht doch nur die Geilheit am detailgetreuen Morden im Vordergrund?

Da jeder Bericht über ein solches Spiel im Grunde ein Guter ist, habe ich es mir erspart, Links zur Homepage zu setzen.

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