Ich dachte, er sei nur körperlich behindert.
Bitte, sagt mir, dass das hier alles ein schlechter Witz ist und ich bald aufwache:
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Montag das heimliche Ausspähen von privaten Computern durch die Polizei bis auf weiteres für illegal erklärt. Eine Schlappe für den Bundesminister des Innern, der solche Onlinedurchsuchungen propagiert?
Nein. Der BGH hat ja nicht gesagt, das sei überhaupt nicht erlaubt. Er hat nur eine gesetzliche Grundlage gefordert, und die werden wir schaffen.
Auf der Computerfestplatte findet man auch sehr persönliche Details zu Liebe, Gesundheit und Steuererklärung. Wie wollen Sie den „Kernbereich privater Lebensführung“, dessen Schutz das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe besonders angemahnt hat, beachten?
Ich kenne und respektiere die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz der Privatsphäre. Aber wir müssen auch sehen, dass dieser Schutz in der Alltagswirklichkeit praktikabel bleibt. Verbrecher und Terroristen sind klug genug, so etwas auszunutzen. Die tarnen ihre Informationen dann zum Beispiel als Tagebucheintrag. So leicht dürfen wir es denen nicht machen.
Haben Sie Angst vor den sogenannten Trojanern, also vor Spionagesoftware?
Nein, ich öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die ich nicht genau einschätzen kann. Außerdem bin ich anständig, mir muss das BKA keine Trojaner schicken.
Besonders diese Aussage ist in meinen Augen unfassbar. Zwei Klicks genügen, und man weiß das Gegenteil; ich zitiere aus der Wikipedia; „Schäubles Rolle in der CDU-Spendenaffäre“:
Im Rahmen einer Sitzung des Deutschen Bundestages, am 2. Dezember 1999, wurde Wolfgang Schäuble durch Zwischenrufe des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele auf seine Kontakte zum Waffenhändler Karlheinz Schreiber angesprochen. Wolfgang Schäuble äußerte in öffentlicher Sitzung vor dem Deutschen Bundestag, er habe „irgendwann im Spätsommer oder im Frühherbst 1994“ bei „einem Gesprächsabend in einem Hotel in Bonn […] einen Herrn kennengelernt, der sich mir als ein Mann vorgestellt hat, der ein Unternehmen leitet. Ich habe später festgestellt, daß es dieser Herr Schreiber war. […] Auf der damaligen Veranstaltung bin ich Herrn Schreiber begegnet. Das war es.“
Am 10. Januar 2000 hatte Schäuble dann eingeräumt, von Karlheinz Schreiber im Jahre 1994 eine Bar-Spende von 100.000 D-Mark für die CDU entgegengenommen zu haben. Am 31. Januar 2000 gibt Schäuble ein weiteres Treffen mit Schreiber im Jahr 1995 zu. Die Schatzmeisterei der CDU habe den Betrag als „sonstige Einnahme“ verbucht.
Schäuble behauptete, dass er das Geld in einem Briefumschlag von Schreiber in seinem Bonner Büro persönlich empfangen habe. Diesen Umschlag habe er „ungeöffnet und unverändert“ an Brigitte Baumeister weitergeleitet, später habe er erfahren, dass die Spende nicht „ordnungsgemäß behandelt worden“ sei. Die damalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister widersprach allerdings dieser Version Schäubles.
Anfang September 2000 entschuldigte sich Schäuble vor dem Bundestag gegenüber der deutschen Öffentlichkeit dafür, „dass unter der Verantwortung der CDU Gesetze gebrochen wurden“. Weiterhin entschuldigte er sich auch „beim“ Bundestag dafür, dass er – Schäuble – im Dezember 1999 einen Teil der Wahrheit über seinen Kontakt zum Waffenhändler Karlheinz Schreiber verschwiegen hatte.
Das Geld jedenfalls tauchte in keinem Rechenschaftsbericht der CDU auf. Am 13. April 2000 erklärt Schäuble vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss zur CDU- Parteispendenaffäre, dass die CDU-Führung und die Bundesregierung unter Helmut Kohl nicht bestechlich gewesen seien. Ein Ermittlungsverfahren gegen Schäuble wegen uneidlicher Falschaussage im Zusammenhang mit der fraglichen Spende wurde eingestellt, ebenso wie die Ermittlungen gegen Brigitte Baumeister. Die Berliner Staatsanwaltschaft konnte keine hinreichende Tatbestandsverwirklichung für eine Anklage feststellen. Nach den damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft sei aber davon auszugehen, dass die 100.000 D-Mark nur einmal gespendet wurden. Spekuliert wurde nämlich über die Frage, ob es womöglich zwei Mal 100.000 D-Mark von Schreiber gegeben hat: einmal als „unverfängliche“ Wahlkampf-Spende für die CDU, ein anderes Mal möglicherweise „unter der Hand“ als Bestechungsgeld für ein Rüstungsprojekt. Ungeklärt sind außerdem die Spekulationen, ob und gegebenenfalls inwiefern Schäuble seine Verbindungen ins Kanzleramt genutzt hat (was Schäuble stets vehement bestritten hat). Fraglich ist weiterhin, wo die 100.000 D-Mark verblieben sind.
































10.02.2007, 14:06 Uhr
Ist doch ein total gutes Interview.
„Soll es solche Onlinedurchsuchungen künftig fünfmal im Jahr geben oder 50.000-mal?“
„Das hängt davon ab, wie sich die Internet- und Computernutzung entwickelt.“
Gut. Was hat das mit der Computerentwicklung zu tun? Haengt das nicht eher mit der Gewaltentwicklung zusammen?
„Die tarnen ihre Informationen dann zum Beispiel als Tagebucheintrag. So leicht dürfen wir es denen nicht machen.“
Scheiss Terroristen. Das die immer so klug sein muessen. Mohammed Atta haette seine Plaene zum elften September auch besser gebloggt.
„Sie können sicher sein, dass wir uns immer im Rahmen der geltenden Rechtsordnung halten.“
…Oder wir aendern die Rechtsordnung, dann gibts auch keine Probleme.
10.02.2007, 14:47 Uhr
Eben genau das will er ja machen.
10.02.2007, 14:59 Uhr
ja. das habe ich verstanden. es war sowas wie ein schlusssatz.:)
11.02.2007, 01:41 Uhr
Ich bin dafür das wir Schäuble zum Kanzler machen.
Nationen mit Idioten als Repräsentanten sind doch groß in Mode. Siehe Italien (gut da isser jetzt mittlerweile wieder weg) und die USA. Da dürfen wir als politische Trendsetter doch nicht hinterherhängen.
11.02.2007, 12:58 Uhr
@ Rednox: „Nationen mit Idioten als Repräsentanten sind doch groß in Mode. Da dürfen wir als politische Trendsetter doch nicht hinterherhängen.“
Das eigentliche Problem ist, dass es keine Idioten sind. Die wissen genau, was sie tun und welche Knöpfe sie drücken müssen, um zu bekommen, was sie wollen. Schäuble prescht jetzt voran, um mit provokativen Forderungen das Machbare auszuloten. Das haben die schon immer so gemacht. Der „Kompromiss“, der am Ende dabei rauskommt, ist etwas, dem nie zugestimmt worden wäre, hätte man ihn gleich gefordert. Verlange das Unmögliche, lass Dich runterhandeln und Du bekommst, was Du wolltest, vielleicht sogar mehr.
Nein, leider sind das keine Idioten.
17.02.2007, 22:56 Uhr
Das stimmt. Gewählt werden Sie ja auch, und zwar von uns. Meiner Oma ist das egal, die hat gar keinen PC. Die mag den Schäuble – hört sich ja auch gut an: Terrorismus Bekämpfung, Computerbetrug aufspüren, usw. Die, die am meisten davon betroffen sind – sind die jungen Leute. Und da sieht die Wahlbeteiligung ziemlich mau aus.
Mal schauen was in einigen Jahren passiert, das ist auf jeden Fall eine Basis, auf die sich künftige Gesetze stützen können. Kann nur noch böser werden…
24.04.2007, 13:23 Uhr
HeHe, gute und passende Überschrift. Ein kleiner Trost neben all der Diskussion ist, dass es zum Glück organisierten Wiederstand gegen den werten Herrn gibt. Gestern war zb der Westerwelle auf N24 nachts und hat eine sehr interessante halbe Stunde über diese Pläne gequatsch. Das lässt dann doch noch hoffen.