Eichels Internet-Steuer
In der heutigen Medien-Welt hat man’s nicht leicht. Es ist so furchtbar leicht, falsch verstanden zu werden. Und manche Journalisten, so wird gemunkelt, legen es sogar mehr oder weniger darauf an, Ihren Gesprächsteilnehmer falsch zu verstehen.
„Wie das? – Gibts doch nicht!“ werden Sie sich sagen, aber: Weit gefehlt.
Man nehme nur ein Interview der Bild-Zeitung mit Hans Eichel, welches das Blatt vor kurzen führte.
Dort steht:
BILD: Italien will eine SMS-Steuer einführen, um den Haushalt zu sanieren. Ein Modell für Deutschland?
Hans Eichel: Kommt nicht in Frage – wir wollen keine neue Steuer. Wo wir aber genauer hinsehen werden, ist der Internethandel. Da läuft zuviel an der Umsatzsteuer vorbei. Die Besteuerung des Internethandels muß auf europäischer Ebene geregelt und dann schärfer kontrolliert werden.
[sic!] Womit eigentlich die Frage umfassend und hinreichend beantwortet wäre.
Dummerweise interpretiert die Bild-Zeitung das Ganze so:
Tja, wobei wir beim „falsch verstehen wollen“ wären.
Eichel will lediglich die Hintertür, die momentan noch viele Gewerbetreibende nutzen, ohne Umsatzsteuer über das Internet Waren zu verkaufen, schließen. Es geht darum, längst bestehende Steuern einzuziehen, keinesfalls ist von einer zusätzlichen „Internet-Steuer“ die Rede.
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums widersprach dieser Darstellung.
Dumm nur, dass die Bild-Zeitung diese Nachricht so an Agenturen weiter reichte, welche diese dann wiederum verwende(te)n.
Das Alles passt irgendwie so gar nicht zum Neuanfang, den Kai Diekmann, Chefredakteur der „mit Abstand wichtigsten deutschen Tageszeitung“ ausgerufen hat.
via BILDblog und SPIEGEL online.































