Die Such-Revolution des Computers

Google DesktopEndlich hatte ich Zeit, eine neue und trotzdem schon hoch gepriesene Software zu testen: Die „Google Desktop Search“.

Seit Mitte der Woche ist sie verfügbar, momentan allerdings nur in englischer Sprache und auf Windows-PCs ab 2000 mit SP3 / XP abgestimmt.

Sind der Download und die Installation abgeschlossen, macht sich Googles Spürhund erst einmal daran, den Computer komplett zu indizieren, d. h. sämtliche Dateien zu erfassen.
Dieser Vorgang dauert unterschiedlich lange, je nachdem, wie viele Informationen auf dem eigenen PC gespeichert sind. In keinem Fall beeinträchtigt diese Indizierung allerdings das Weiterarbeiten auf dem Rechner, alles geschieht vornehm im Hintergrund, während der PC idelt.

Sobald alle Dateien erfasst sind, gibt es zwei Wege, Googles neues Such-Werkzeug zu nutzen:
Nach Doppelklick auf das Icon im Infobereich, öffnet sich der Standardbrowser, hier kann man in Google-typischer Manier und Design den Rechner durchsuchen, wie man auch das Web mit Google durchsucht, die Google-Software fungiert hierbei als Mini-Webserver.

Google Desktop Die viel verblüffendere Variante ist aber die zweite: Sobald man nun ganz normal bei Google im Web nach etwas sucht, wird man mit der ungewöhnlichen Erfahrung konfrontiert, seine eigenen Dateien in die Google-Web-Suche eingebunden zu sehen, hier rechts auf dem Screenshot dargestellt. Wie dieser Suchvorgang angestoßen wird, ist in diesem Falle egal, auch bei Suchanfragen, die z.B. durch die Suchleiste in Firefox aufgerufen werden, erscheinen die eigenen lokalen Informationen.
Der Konzern versichert hierbei, dass private Dateien nicht veröffentlicht und in den allgemeinen Such-Index aufgenommen werden.
Keine Angst: Diese Informationen werden nur vom lokalen Client dazugeblendet, keinerlei Informationen gehen an Google oder an andere Nutzer der Suchmaschine, die nach dem gleichen Stichwort suchen.
Wer in dieser Hinsicht, kann zusätzlich noch den „Crash-Report“ abstellen, der an Google geschickt wird, sobald etwas schiefläuft.

Indiziert werden neben dem Namen der Dateien der Inhalt von Word-, Excel-, PowerPoint-, Plaintext- und Outlook-Files, auch die Chatprotokolle von AIM und die History des Internet Explorers werden berücksichtigt. Hier wünsche ich mir eine Erweiterung auf andere Datei- und Programmformate, so bleiben meine PDF-Dateien oder Mails von TheBat! komplett im Dunkeln. Sicherlich wird sich dies mit fortschreitendem Versionsstatus ändern.
Wer nicht mag, dass jetzt auch die Briefe an Oma Ursel oder Tante Gerda von Google „gecrawlt“ werden, kann auf Wunsch gezielt Verzeichnisse ausschließen.

Alles in allem finde ich diese Software wirklich gut, es ist erstaunlich, was auf dem eigenen Rechner im Dunkeln schlummern kann.
Gewöhnungsbedürftig, aber wirklich das genialste Feature ist die Erweiterung der normalen Such-Abfrage. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, findet man womöglich Dateien auf dem eigenen Rechner, die man schon lange nicht mehr hier vermutet hätte.

Kritik kommt unterdessen allerdings von Datenschützern. So sei es auf öffentlichen Rechnern möglich, in Mailkonten anderer Nutzer herumzuschnüffeln, hierzu genüge es, mit dem Wort „compose“ angestoßene Suchanfragen anzuschauen. Das Tool ermögliche zwar keinen direkten Zugang zu den Mail-Accounts bei Yahoo oder MSN, zeige aber im Cache gespeicherte Nachrichten, die vorige Nutzer abgeschickt oder abgerufen haben, gleiches gelte für Chat-Sitzungen mit AIM. Demzufolge solle man das Tool nicht auf Rechnern installieren, die öffentlich genutzt werden.

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