Bernhard Syndikus hinter Gittern

Laut Meldungen der Tagesschau, heise online, der GVU, des Berliner Tagesspiegels und vielen anderen ist am gestrigen Tage der weltweit größte Schlag gegen Raubkopierbanden verbübt worden.
Bei den Tätern handelte es sich um einen Münchner Anwalt und drei Thüringer ( keine Rostbratwürsten ;) ), diese sollen 45.000 Kunden über das Internet mit neuen Kinostreifen versorgt haben und fast eine Million Euro damit eingenommen haben.

Das besondere daran ist, dass der Haupttäter kein geringerer als Rechtsanwald Bernhard Syndikus ist, Partner von Günter Freiherrn von Gravenreuth, dessen Name vielen Lesern ein Begriff sein wird, wenn man sich an die Tanja-Briefe, die Anmeldung der Marke eMule zum Patent oder gar der Explorer-Prozess, in welchem Gravenreuth sang- und klanglos unterging, ebenso wie in der Markenanmeldung zu eMule, erninnert.

Spiegel Netzwelt schreibt in einer Kolumne folgendes:

Jetzt knallen in diversen Foren regelrecht die Sektkorken. „Im Heise-Forum“, berichtet „Marco“ in einem Datentausch-Forum im Usenet, „liegt man sich feiernd in den Armen.“ Das wundert „genscher“ nicht: „Ein Jubelschrei geht durch die Eselszene. Der dunkle Lord tritt ab. Hoffentlich folgt der Imperator.“

Die Freude über die Verhaftung des Anwalts ist zu erklären: Die P2P-Szene feiert, dass die Staatsanwaltschaft seine Versuche, aus dem Datenklau Kapital zu schlagen, unterbunden hat. Und sie feiert die Umstände der Verhaftung: in Anwesenheit von Fotografen und Kamerateams. Schon musste sich der leitende Staatsanwalt Hans-Joachim Petri dagegen verwahren, dass S. in „Wild-West-Manieren abgeführt worden“ sei.

Möglich gemacht hat das alles ein „Hacker“, der sich mit im offenbar unzureichend gesicherten Server von FTP-Welt recherchierten Informationen unter anderem an die „c‘t“ wandte (das Magazin wird den Fall in seiner Ausgabe Nr. 21 ausführlich dokumentieren). Quasi „powered by emotion“ sammelte er fleißig Daten und Beweise: Sein Motiv war nicht zuletzt auch, dass er sich über die Aktivitäten des Anwalts S. ärgerte.

Auch ich muss in diesem Fall eingestehen: Schadenfreude ist die schönste Freude und ich freue mich, dass dieser Person endlich das Handwerk gelegt wurde.

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