Archiv für Juni, 2007

Amazon, ist es so schwer …

Freitag, 22. Juni 2007

… eure viel gepriesene Kundenfreundlichkeit um 2 KB Javascript etwas weiter auszudehnen?
Du als Leser denkst dir gerade wahrscheinlich „what the …, was will der von mir ?“, aber ich versuche es zu erklären:

Ich bestelle relativ viele Waren bei Amazon.de. Dies liegt zum einen an der Bequemlichkeit und dem großen Warensortiment, zum anderen aber vielmehr daran, dass Furtwangen einfach ein Kaff ist. Das nur nebenbei.

Habe ich dann meine Artikel ausgewählt und will die Bestellung aufgeben, muss ich meine Mailadresse und mein Passwort eingeben; so etwa:

Amazons Login-Formular

Bei diesem Formular passiert es mir jedesmal und – ich wiederhole: jedesmal, dass ich meine Mailadresse eingebe, dreimal TAB drücke, dann mein Passwort ins zweite Feld schreibe und ENTER drücke.
Das hat einen Haken: Beim Ausfüllen des Passwort-Feldes wechselt die Auswahl bei „Ich bin ein neuer Kunde“ nicht automatisch zu „Ich bin bereits Kunde“, was insofern fatal ist, als das man eine Meldung an den Kopf geschmissen bekommt:

Bitte beachten Sie:
Sie haben angeklickt, dass Sie ein neuer Kunde sind und haben gleichzeitig ein Passwort angegeben. Wenn Sie ein neuer Kunde sind, geben Sie bitte kein Passwort ein. Wenn Sie bereits Kunde bei Amazon sind, klicken Sie dies bitte an.

Ja zum Teufel. Ich weiß.
Dabei wäre es doch so einfach, automatisch den zweiten Radio-Button zu aktivieren, sobald Inhalt ins Passwort-Feld eingefügt wird.

Aber vielleicht bin ich auch nur zu schnell und jeder andere außer mir drückt nach zweimaligem Tabben per Leertaste oder Maus nochmals auf „Ich bin schon Kunde“.
Ich weiß es nicht.

Handysparer.

Freitag, 22. Juni 2007

Bei der Internetverbindung via Modem oder ISDN waren sie fast Standard: Least Cost Router-Programme, mit denen man immer zum zur Zeit günstigsten Tarif ins Internet verbunden werden konnte.

Nun haben die LCRs auch Einzug in die mobile Welt gefunden:
Cellity hilft, Mobilfunkkosten zu sparen.
Das Konzept ist äußerst klug durchdacht und intelligent umgesetzt: Bei Anmeldung gibt man seinen Tarif auf der Homepage an. So weiß die Software dann genau, welche Anrufe wie viel kosten oder ob man ein Minutenpaket besitzt. Anschließend installiert man sich die Software auf seinem (Java-fähigen) Handy. Bei laufender Software entscheidet Cellity dann, welche Art der Verbindung die günstigere ist und fragt ggf. nach, ob man noch Inklusivminuten besitzt.

Ein Beispiel: Ist man beispielsweise Besitzer einer BASE-Flatrate, kann man alle Festnetz- und E-Plus-Teilnehmer kostenlos anrufen. Telefonate in fremde Netze kosten allerdings 25 Cent pro Minute.
Hier kommt dann Cellity ins Spiel: Ist die Software auf dem Handy installiert, lässt sich über sie ein Anruf zur gewünschten Handynummer initiieren: Die Software ruft einen Cellity-Vermittlungsrouter mit deutscher Festnetznummer (für den Anrufenden ja kostenlos) an und leitet das Telefonat dann zum gewünschten Anrufer weiter. Das kostet den Anrufer dann 15 Cent, die man allerdings getrennt an Cellity abführen muss.

Beispiel zwei: Telefoniert man mit einem Minutenpaket über sein monatliches Budget oder mit einer Prepaid-Karte, kann ein Gespräch in ein fremdes Netz schon mal 60 Cent und mehr kosten. In diesem Fall wählt Cellity eine kostenlose 0800-Nummer zur Durchwahl. Super billig wird es dann allerdings nicht: Für die Durchwahl kassiert Cellity 19 Cent, die Minute zum Handy kostet wieder 15 Cent; was dann 34 Cent entspricht – trotzdem rund 50 % günstiger.

Es hört sich insgesamt komplizierter an, als es ist: Bei bestimmten Handytarifen lohnt sich das Ausprobieren und -testen.
Bei Anmeldung bekommt man ein Startguthaben von 50 Cent, die Aufladung kann mit 10, 20 oder 50 Euro per PayPal, Kreditkarte oder Gutschein erfolgen.
Verbesserungsbedarf besteht der derweil beim Interface der Software: Sie ist einfach gehalten, würde für ihr Design jedoch keinen Blumentopf gewinnen.
Die Screenshots unten stammen von meinem Nokia E70.

Cellity: LCR fürs Handy Cellity: LCR fürs Handy

Quicksilver-Screencast: Drag&Drop, Websuche, del.icio.us, Bluetooth

Donnerstag, 21. Juni 2007

In der vierten und vorerst letzten Folge des Screencasts geht es um vier verschiedene Funktionen: Dateibrowser + Drag & Drop, Websearches, del.icio.us-Integration und Bluetooth-Aktionen.


Original-Datei bei sevenload.com

    Nochmals alle Folgen im Überblick:

  1. Grundlegende Funktionen
  2. Plugins
  3. Triggers, iTunes, Shelf | HiQ bei MSC
  4. Drag&Drop, Websuche, del.icio.us, Bluetooth | HiQ bei MSC

E-Mail: Ex und hopp ohne Blacklisting

Dienstag, 19. Juni 2007

Manchmal gibt es gute Gründe, bei einem Webservice nicht die eigene – echte – E-Mail-Adresse anzugeben:
Vielleicht braucht man in einem Forum, welches eine Registrierung benötigt, nur eine Information, hat aber kein Interesse an weiterem Kontakt.
Oder man möchte ein Programm herunterladen, der Download-Link wird aber per E-Mail verschickt.
Szenarien wie diese gibt es viele und somit auch Einsatzgebiete für anonyme E-Mail-Adressen, die man quasi nur einmal benötigt.
Hier springen Dienste wie Mailinator, Spamgourmet, Trash-Mail oder Discardmail ein: Sie bieten kostenlose Wegwerf-Mail-Adressen an.

Bei allen diesen (und weiteren anderen) Diensten kann man sich eine Wegwerf-Adresse sichern, deren Mails man dann direkt auf der Betreiber-Website einsehen kann oder an seine echte Mailbox weiterleiten lassen kann. Das funktioniert einfach und meist auch schnell.
Davon haben jedoch auch Foren- und Servicebetreiber Wind bekommen: Sie möchten weiterhin „echte“ E-Mail-Adressen auf Ihren Websites haben und sperren die Hosts der Discard-Mail-Services, sodass eine Anmeldung mit einer Einmal-Adresse nicht mehr möglich ist.

Dieses Problems wiederum nimmt sich 10MinuteMail mit – sagen wir spartanischer – Website an:
Bei Klick wird eine zehn Minuten gültige Einmal-Adresse generiert, deren Mailhost von Zeit zu Zeit wechselt, um nicht auf den Blacklists der Forenprovider zu landen.

via ICQ von Emanuel

Flickr, gehts noch?

Donnerstag, 14. Juni 2007

So schnell kann die Laune umschlagen: Freute ich mich gestern noch über die Mehrsprachigkeit von flickr, wird mit die Tragweite einer anderen Veränderung von flickr erst heute bewusst:
Für deutsche Nutzer sind alle Bilder, welche mit „restricted” oder “moderate” gekennzeichnet sind, nicht mehr sichtbar. Diese Filter wurden mit der Internationalisierung aktiviert.
Als „mittel“ gelten Bilder, die „andere Personen als störend oder unangemessen empfinden“ könnten. „Eingeschränkt (restricted)“ sind Fotos, „die Sie nicht Ihren Kindern, Ihrer Großmutter oder Arbeitskollegen zeigen würden“.

Zensur bei flickr

Wenn Sie eine Yahoo-ID aus Singapur, Deutschland, Hongkong oder Korea verwenden, können Sie aufgrund der dortigen Geschäftsbedingungen die sichere Suche nicht abschalten. […] Die Filter für die sichere Suche greifen auch dann, wenn Sie sich auf Flickr bewegen. Wenn Sie beispielsweise auf ein Foto stoßen, das nicht in Ihre Einstellungen passt, werden Sie dieses Foto nicht sehen.

Bei der Filterung wird die Herkunft der Yahoo-ID (Yahoo ist die Mutterfirma von flickr) herangezogen: Ist diese ID aus Singapur, Deutschland, Hongkong oder Korea registriert worden, kann man den „SaverSearch“ Jugendschutzfilter nicht mehr abschalten. Kurios dabei: Markiert man eigene Bilder als „Restricted” oder “Moderate”, kann man Sie im Anschluss nicht mehr sehen.
In meinen Augen ist diese Behandlung eine Schweinerei, besonders die zahlenden Pro-Account-Nutzer kommen sich verarscht vor, was natürlich verständlich ist.

Es erschreckt mich, wie internationale Großkonzerne die Zensur in großen Teilen des Internets vorantreiben: Das hat mit Meinungs- und Pressefreiheit nichts mehr zu tun.

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht stat

Was kann man tun?

Wer einen flickr-Account hat, sollte sich nochmals informieren und das oben gezeigte Bild zu seinen Fotos hinzufügen, es entsprechend taggen und der Gruppe beitreten.

Mehr Infos auch hier:

Update, 22.06.: Mittlerweile ist für deutsche User der „SaferSearch“-Filter keine Pflicht mehr und man kann wieder alle Bilder alle Bilder, welche als „Mittel“ gekennzeichnet sind sehen. (Danke an Carsten für die Korrektur).