Archiv für Dezember, 2005

Wer routet so spät durch Nacht und Wind…

Mittwoch, 28. Dezember 2005

Frei nach Johann Wolfgang von Goethe:

Der Erlkönig (EDV-Version)

Wer routet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Router, er routet geschwind!
Bald routet er hier, bald routet er dort
Jedoch die Pakete, sie kommen nicht fort.
Sie sammeln und drängeln sich, warten recht lange
in einer zu niedrig priorisierten Schlange.

Die Schlangen sind voll, der Router im Stress,
da meldet sich vorlaut der Routingprozess
und ruft „All Ihr Päckchen, Ihr sorgt Euch zu viel,
nicht der IP-Host, nein, der Weg ist das Ziel!“

Es komme gar bald einem jeden zu Gute
eine sorgsam geplante und loopfreie Route.
Des Netzes verschlungene Topologie
entwirr‘ ich mit Dijkstras Zeremonie.

Der Lohn, eine herrliche Routingtabelle,
dort steh‘n sogar Routen zu Himmel und Hölle.
Vergiftet der Rückweg, das Blickfeld gespalten,
mit RIP wird die Welt nur zum Narren gehalten.

Doch OSPF durchsucht schnell und bequem
Mein ganz und gar autonomes System.
Für kunstvolle Routen, das vergesst bitte nie,
benötigt man Kenntnis der Topologie.

Zu überraschungs- und Managementzwecken
durchsuch‘ ich mit RMON die hintersten Ecken.
Kein Winkel des Netzes bleibt vor mir verborgen,
mit SNMP kann ich alles besorgen.

Wohlan nun, Ihr Päckchen, die Reise beginnt,
Mit jeder Station Eure Lebenszeit rinnt.
Doch halt, Ihr Päckchen, bevor ich’s vergesse:
Besorgt euch mit NAT eine neue Adresse!“

„Mein Router, mein Router, was wird mir so bang!
Der Weg durch das WAN ist gefährlich und lang.“
„Mein Päckchen, mein Päckchen, so fürchte Dich nicht,
denn über Dich wacht eine Sicherungsschicht.“

„Mein Router, mein Router, was wird mir so flau!
Dort draussen am LAN-Port, da wartet die MAU!“
„Mein Päckchen, mein Päckchen Dir droht nicht der Tod,
denn über Dich wacht ja der Manchester-Code.

Doch halte dich fern von der flammenden Mauer.
Die sorgt selbst bei mir noch für ängstliche Schauer.“
„Mein Router, mein Router, wie glänzt dort voll Tücke
der schmale und schlüpfrige Weg auf der Brücke.“

„Oh weh! Das Netz ist mit Broadcasts geflutet.
Ach hätt‘ ich doch niemals zur Brücke geroutet!
Mein Päckchen, den Kopf hoch, Du musst nicht verzagen,
an Dich wird sich niemals ein Bitfehler wagen.“

Schnell wie der Wind geht die Reise nun weiter
durch helle und funkelnde Lichtwellenleiter.
„Mein Päckchen, mein Päckchen, willst Du mit mir gehen?
Die Wunder des Frame-Relay-Netzes ansehen?“

Mein Router, mein Router, ja hörst Du denn nicht,
was die WAN-Wolke lockend mir leise verspricht?“
„Glaub mir, mein Päckchen, im LAN, da entgeht
Dir sowieso Lebens- und Dienstqualität.

Reise nur weiter ganz ruhig und sacht
Quer durchs ATM-Netz mit FRF.8 .“

„Mein Router, mein Router, man hat mich verführt,
zerlegt, verschaltet und rekombiniert!“

„Mein Päckchen, das macht nichts, nun sparen wir viel,
ein VPN-Tunnel, der bringt Dich ans Ziel.

DiffSERV und TOS-Feld, merk‘ Dir die Worte,
die öffnen zu jedem Router die Pforte.“
Finster der Tunnel, die Bandbreite knapp,
wie schön war die Backplane im eigenen Hub.

Am Ende des Tunnels: Das Päckchen ist weg,
vernichtet vom Cyclic Redundancy Check.

(Verfasser unbekannt)

Müllmännerlied

Samstag, 24. Dezember 2005


Ohne weiteren Kommentar. Muss man kennen. Am besten: „Wir swei stellen sie surükk“

Subject: Redesigning X-mas

Freitag, 23. Dezember 2005

Message from the CEO (Christmas Event Organizer): Dr. J.
Christus v. Bethlehem:

Also Kinder, ich bin jetzt im Urlaub. Aller Vorrausicht nach
bin ich bis Weihnachten wieder da, aber die Vorbereitungen darauf sollten
natürlich jetzt schon loslaufen:

Status: Wie Weihnachten 2004 im Internet gezeigt hat, heißt
Weihnachten nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der
Weihnachtsmann entsprechend auch ab jetzt X-man heißen!

Da X-mas 2005 quasi schon vor der Tür steht, ist es
spätestens seit Oktober höchste Zeit, mit der Weihnachtsvorbereitung zu
beginnen – Verzeihung, seit Oktober ist es höchste Zeit, mit dem
Weihnachts-roll-out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in time
vorzubereiten.

Hinweis: Die Kick-Off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für die
diesjährige SANCROS (Santa Claus Road Show) findet bereits am 27.
November 2005 statt.

Daher wurde das offizielle come-together des Organizing
Commitees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) abgehalten.
Erstmals haben wir ein Projekt-Status-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in
Workshops entwickelte to-do-Liste und einheitliche Job Descriptions erstellt
wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle
Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocations geschaffen
werden, was wiederum den Service-Level erhöht und außerdem hilft, X-mas als
Brandname global zu implementieren.

Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head des
Global Christmas Markets (früher Knecht Ruprecht) die Ablauforganisation
abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen
private-Schenking-Center sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu
definieren. Erstmals sollen auch sog. Geschenk-Units über das Internet
angeboten werden.

Die Service Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden
bereits via conference call virtuell informiert und die core-competence
vergeben. Ein Bündel von Incentives und ein separates Team-Building-Event an
geeigneter location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig
helfen, eine einheitliche corporate culture samt identity zu entwickeln.

Der Vorschlag, jedem Engel einen coach zur Seite zu stellen,
wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelled. Stattdessen wurde auf einer
zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem testmarket
als Pilotprojekt eine Hotline für kurzfristige Weihnachtswünsche
einzurichten, um den added value für die Beschenkten zu erhöhen. Durch ein
ausgeklügeltes Management Information System
(MIST) ist auch benchmark-orientiertes Controlling für jedes
private-Schenking-Center möglich.

Nachdem ein neues Literaturkonzept und das layout-Format von
externen Consultants (Osterhasen Associates) definiert wurde, konnte auch
schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 2005.1) erstellt
werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter
für das laufende updating. Hochauflagige lowcost-giveaways dienen zudem als
teaser und flankierende Marketingmaßnahmen. Ferner wurde durch intensives
brainstorming ein Konsens über das Mission Statement gefunden.

Es lautet: „Let’s keep the candles burning“ und ersetzt das
bisherige „Frohe Weihnachten“.

X-man hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des corporate
redesigns. Er akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz,
auch im Hinblick auf den Shareholder-value, und würdigte das Know-how seiner
Investor-Relation-Manager.

Na dann, … Merry X-mas

via E-Mail von Sigismund

Trottel des Tages

Mittwoch, 21. Dezember 2005

… ist heute eindeutig Premiere. Der Bezahlsender pokerte hoch und verlor alles – recht so. Hochmut kommt vor dem Fall.

Bye bye, Mac-IE

Montag, 19. Dezember 2005

Microsoft wird die Entwicklung des Internet Explorers für den Mac nicht mehr fortführen.

Microsoft empfiehlt, „dass Macintosh-Anwender auf aktuellere Webbrowsing-Technologien wie Apple Safari wechseln“.

Leider spricht Microsoft selbiges nicht für Windows aus. Gerrit trauterte ja schon vor längerem um den Browser. Das kann ich jedenfalls nicht so ganz nachvollziehen.
Vielleicht kommt das auch daher, dass ich zu sehr Windows-geprägt bin.