Die Liebe treibt…
Sonntag, 31. Oktober 2004…seltsame Blüten.
Anders kann ich mir diesen Beitrag im Buha-Board nicht erklären.
Die Dummheit stirbt nicht aus.
…seltsame Blüten.
Anders kann ich mir diesen Beitrag im Buha-Board nicht erklären.
Die Dummheit stirbt nicht aus.
Ich dachte, das es Artikel, über Software-Seriennummern, wie ich sie bei der PC-Welt entdeckt habe (die Verlinkung spare ich mir in diesem Falle), seit Jahren ausgestorben und außerdem nur in Zeitschriften der untersten Klasse zu finden wären, aber ich wurde eines besseren belehrt, anscheinend scheut auch eine große Zeitschrift vor so etwas nicht zurück.
Dort ist am Freitag ein Artikel zum Thema Software-Seriennummern erschienen.
Sie müssen Ihr System neu einrichten. Dabei funktioniert eine Ihrer Seriennummern nicht mehr, oder Sie wissen nicht, wo Sie die Software-Verpackung verstaut haben. Bis Ihnen der Hersteller Ersatz zugeschickt hat, brauchen Sie eine Lösung.
Selbstverständlich. Es geht *hechel hechel* schließlich um Leben und Tod.
Munter wird im Artikel von Tobias Weidemann auf 11(!) weiteren Seiten erklärt, wie das im Detail funktioniert, aber zuerst wird ein hübsches Traumbild konstruiert:
[…] mindestens einer oder zwei dieser Anwendungen wissen Sie die Seriennummer nicht mehr: Entweder haben Sie den Karton […] verstaut, oder – noch schlimmer – die Seriennummer stand auf einer Papierhülle, die beim letzten Aufräumen verschütt gegangen ist.
Vielleicht haben Sie auch […] zusammenkopiert und beim Abschreiben der Seriennummer einen Fehler gemacht. Was auch immer der Grund ist – die Software lässt sich jedenfalls nicht mehr korrekt auf Ihrem Rechner installieren, obwohl Sie sie regulär erworben haben.
Alles klar. Ich weiß ja nicht, was der Autor von seinen Lesern hält, aber ich jedenfalls habe meine Seriennummern samt zugehörigen Namen gesammelt und fein säuberlich abgetippt im Aktenordner im Schrank stehen, dort ist sicherlich nichts falsch abgeschrieben, den Ordner werde ich auch bestimmt nicht, wie es so schön ausgedrückt ist beim Aufräumen „verschütt gehen“ lassen.
Auf den folgenden Seiten des Artikels wird dann obiges Szenario hübsch mit bunten Farben weiter ausgemalt, die Alternative, seine Seriennummer von Hersteller legal zu beziehen, wird nur stiefmütterlich angesprochen und als kompliziert und langwierig abgetan.
Also bleibt dem Autor leider nichts anderes übrig, als das who-is-who der bekanntesten Crack- und KeyGen-Spider im Internet zu verlinken, immer noch komplett unter dem Deckmäntelchen der legal erworbenen Software, deren Key verloren gegangen ist. Auch Tipps, Popup-Fenster zu blockieren und nicht den IE zu nutzen, finden sich im Anhang.
Ich verstehe nicht, warum so etwas nicht verboten wird. Allerorts wird über die hohe Quote der nicht-lizenzierten Software geschimpft, die schnell mit dem semantisch eigentlich falschen Begriff „Raubkopierer“ in einem Zuge genannt wird.
Diese Berichterstattung grenzt an Bild-Niveau und ist rechtlich äußerst fragwürdig, für meine Belange ist die PCW endgültig auf einer Stufe mit Chip und Computer-Bild angelangt.
Bis zum 31.10.04 wird an dieser Stelle kein neuer Eintrag erscheinen, pünktlich am Sonntag wird es neuen Lesestoff geben.
Bis dann, Martin.
Mittlerweile kursieren viele Gerüchte, dass Google möglicherweise eine Allianz mit Mozilla plant, um deren Browser Firefox, dessen Preview-Release 1.0 übrigens heute erschienen ist, den Rücken zu stärken.
Mehrere Mitarbeiter von Microsoft sind in Richtung Google abgezogen, die Domain „gbrowser.com“ gehört auch schon Google.
Genauer lässt sich das alles im Artikel von Frank Patalong auf Spiegel online nachlesen.
Einerseits finde ich diese Sache ja gut, Microsoft soll endlich wieder einen echten Konkurenten bekommen, die Dominanz des IE geschwächt werden.
Andererseits sollte die Mozilla Foundation aufpassen, dass aus Firefox kein zweiter IE wird.
Denn je interessanter ein Produkt für die Massen wird, desto eher werden auch hier vielleicht wieder Sicherheitslücken aufgedeckt, die Angriffe erlauben und, man mag es kaum für möglich halten, es könnte unter extremsten Umständen sogar so sein, dass das Monopol in die andere Richtung kippt.
Anders als in den Vereinigten Staaten ist es in Deutschland unüblich, dass Zeitungen Wahlepfelungen abgeben. Zwar hat jedes Blatt seinen individuellen politischen Standpunkt und vertritt diesen mit der dementsprechenden Berichterstattung, eine eindeutige Empfelung, welchen Kandidaten die Leser bei der nächsten Wahl wählen sollen, wie es alle großen Zeitungen in den USA in letzter Zeit gemacht haben, gibt es jedoch nicht.
Anscheinend sieht das die deutsche BILD-Zeitung nicht so, denn Hugo Müller-Vogg, ein Autor dieser „Zeitung“ gibt munter und in vollen Sätzen seine Empfelung für George W. Bush ab.
Mir persönlich kommt die Galle hoch, wenn ich solche als Argumente getarnte fast faschistisch anmutenden Halbweisheiten lesen soll, ganz offensichtliche Fehler des (hoffentlich bald ehemaligen) US-Präsidenten werden als Versuch in der ersten Amtszeit deklariert, der sicher in der zweiten nicht mehr gemacht wird, Bush wird munter mit Ronals Reagon verglichen:
Übrigens: Es gab schon einmal einen US-Präsidenten, den die meisten Deutschen für einen tumben Toren hielten.
Sein Name: Ronald Reagan.
Ihm verdanken wir das Ende des kalten Krieges und die Wiedervereinigung. Gut möglich, daß wir eines Tages auch George W. Bush dankbar sein werden.
Auch gut möglich, dass der Autor einfach „Weisheiten“ vermitteln will, die man so einfach nicht stehen lassen kann. Besonders gut zeigt sich das in Punkt 3 der „Pro-Bush-Liste“:
3. Unter Bush werden die USA als Supermacht weiterhin die Hauptlast in dem von den islamistischen Fanatikern einseitig erklärten „Heiligen Krieg“ tragen – militärisch, finanziell und auch beim Blutzoll.
Wie bitte? Auch beim Blutzoll? Das heißt wohl in anderen Worten, dass in dem ach so einseitig erklärten Krieg besser ist, wenn Amerikaner statt Deutschen sterben.
Wissen das eigentlich auch die amerikanischen Bürger?